Bücher zum Liberalismus

Es gibt jede Menge großartige Bücher, die das Thema „Freiheit“ aus politischer, philosophischer, ökonomischer, psychologischer oder sozialer Perspektive beleuchten. Ohne Frage bleibt das jede Liste unvollständig und von den Vorlieben des Urhebers beeinflusst. Ein paar Empfehlungen wollen wir euch aber trotzdem nicht vorenthalten. Wir hoffen, das hier für jeden etwas dabei ist!(Die Reihenfolge stellt keine Wertung dar.)


 

1984-Big-Brother

Bild: Frederic Guimont

Nineteen Eighty-Four – George Orwell

Orwells Meisterwerk „1984“ gilt völlig zurecht als Klassiker der antitotalitären Literatur; die von ihm geprägten Begriff – „Newspeak“, „Big Brother“, „Doublethink“ und weitere – haben längst Kultstatus. Die Bedrohung durch einen alles umgreifenden Staat, der Zugriff auf jeden Lebensbereich seiner Bürger hat, wurde selten so fesselnd und beklemmend literarisch verarbeitet wie hier.

 

 


 

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Bild: Sarah Josephine Taleb

The Black Swan – Nassim Nicholas Taleb

Kein liberales Buch im klassischen Sinne, aber doch mit jeder Menge Denkanstößen ausgestattet, was die Stabilität und Gerechtigkeit der momentanen Ordnung betrifft. Taleb skizziert hierin den Einfluss bedeutender, unvorhergesehener und unvorhersagbarer Ereignisse – sogenannte Schwarze Schwäne -, deren Einfluss auf unser Leben völlig unterschätzt wird. Besonders deutlich macht er dies anhand der Dynamiken an den Finanzmärkten, von denen viele glauben, sie steuern und regulieren zu können – bis es zum Crash kommt. Der Einfluss von Hayek wird an vielen Stellen deutlich spürbar, bisweilen auch explizit.


 

Anthony-De-Jasay

Bild: FDV

Against Politics – Antony de Jasay

In dieser Aufsatzsammlung rechnet der ungarisch-britische Philosoph Antony de Jasay mit den zahlreichen vertragstheoretischen Konstruktionen ab, die den Staat zu rechtfertigen versuchen. Auch dem Glaube, es gäbe Möglichkeiten, einen Minimalstaat am Wachsen zu hindern, erteilt er eine Abfuhr – „Die Verfassung ist wie ein Keuschheitsgürtel, zu dem die Dame selbst den Schlüssel besitzt“. Definitiv keine leichte Kost, aber seine Präzision und Subtilität sind bemerkenswert.


 

Man, Economy and State – Murray Rothbard Maneconomystate (1)

Rothbard, ein Schüler des großen österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises, versucht in seinem Hauptwerk nicht weniger als eine Grundlegung der Ökonomie von der Wurzel her. Der Mensch als handelndes Wesen ist zentraler Gegenstand seiner Untersuchungen, die von einfachen Gütertausch bis hin zu komplexen Finanztransaktionen und wirtschaftspolitischen Fragen reichen. Sehr empfehlenswert auch als Einstieg zu von Mises‘ Human Action.

 


 

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Bild: Simon Fraser University

The Better Angels Of Our Nature – Steven Pinker

Versinkt die Welt in einem Sumpf von Gewalt? Auch wenn uns die Medien häufig dieses Gefühl vermitteln, zeigt Steven Pinker in seinem voluminösen Werk zahlen-und faktenreich auf, dass dieser Glaube weit weniger Wahrheit denn Mythos ist. Anhand zahlreicher Indikatoren – Kriege, Völkermorde, Strafrecht, häusliche Gewalt, Behandlung von Minderheiten und anderer – belegt der Evolutionspsychologe, dass Gewalt tatsächlich stark rückläufig ist. Die Gründe dafür macht er in den Wurzeln des klassischen Liberalismus fest – eine humanistische Philosophie, Ausbau der weltweiten Handelsbeziehungen und ein strikt begrenzter Staat. Allein Pinkers Stilistik macht das Buch zu einem Lesevergnügen.


 

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Bild: Kat Walsh

The Machinery of Freedom – David Friedman

„Alles was Regierungen tun, kann man in zwei Kategorien einordnen: in Aufgaben, die man ihnen schon heute wegnehmen kann, und Aufgaben, von denen wir hoffen, sie ihnen morgen schon wegnehmen zu können.“ David Friedman, Sohn des Nobelpreisträgers Milton, geht die Schritte seines Vaters radikal weiter. Aus konsequentialistischer Perspektive argumentiert er, dass der Staat ein unnötiges Übel sei, dessen Aufgaben besser, effizienter und gerechter von privaten Dienstleistern übernommen werden könnten. Friedman: „Die direkte Gewaltanwendung ist solch eine schlechte Lösung für das Problem knapper Ressourcen, weshalb sie im Allgemeinen nur von kleinen Kindern und große Nationen eingesetzt wird.“

 


 

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Bild: Policy Exchange

Bourgeois Dignity – Deirdre McCloskey

Eines der größten Wunder der Neuzeit ist das sagenhafte Wirtschaftswachstum, dass der Westen (und in zunehmenden Maße auch der Rest der Welt) in den letzten 200 Jahren erfahren hat. Jahrhundertelang gab es kaum Steigerungen im Lebensstandard der Bevölkerung, bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine Entwicklung einsetzte, die immer noch sehr schlecht verstanden wird. Deirdre McCloskey widmet sich mit diesem Buch der Aufgabe, das Mysterium zu lüften. Brilliante Analyse und ein schwerer Schlag gegen sämtliche Untergangs- und Überbevölkerungspropheten.

 


 

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Bild: Ludwig von MIses Institute

C’est qu’on voit et c’est qu’on ne voit pas – Frédéric Basiat

Was man sieht und was man nicht sieht, so lautet die Übersetzung eines der berühmtesten Prinzipien des französischen Ökonomen Frederic Bastiat. Anhand zahlreicher Beispiele wie der berühmten „Parabel vom zerbrochenen Fenster“ zeigt Bastiat auf, wie wichtig es in der Ökonomie ist, nicht nur das unittelbar Sichtbare für die Beurteilung heranzuziehen – genau das unterscheidet den guten Volkswirt vom schlechten. Wer verstehen möchte, wie viele heute noch populäre wirtschaftspolitische Maßnahmen – Protektionismus, Mindestlohn, „Ankurbelung“ der Wirtschaft durch den Staat – an diesem Problem scheitern, kommt um Bastiat nicht herum.

 


 

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Bild: Juanfranusal

The Logic Of Collective Action – Mancur Olson

Eines der ersten Werke der „Public Choice School“ und immer noch eines der besten. Olson erläutert an simplen Beispielen, warum individuell rationale Entscheidungen häufig auf gesellschaftlicher Ebene zu nicht-optimalen Konsequenzen führen. Sein Werk ist noch in einem weiteren Sinne bahnbrechend – es räumte auf mit der Vorstellung, dass Demokratien vor allem von der „Tyrannei der Mehrheit“ dominiert werden. Die Alternative ist allerdings nicht viel hoffnungsvoller: Kleine, gut organisierte Lobbygruppen haben viele Vorteile auf ihrer Seite und dominieren den demokratischen Prozess.

 


 

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Bild: Kborer

The Problem of Political Authority – Michael Huemer

Huemer ist eine Meister der klaren und verständlich dargestellten Philosophie, ohne dabei billig zu simplifizieren. Das Problem politischer Autorität, so argumentiert er, besteht im Wesentlichen darin, dass sie nicht gerechtfertigt werden kann – sämtliche Vertragstheorien scheitern an fundamentalen Problemen. Ausgehend von einer common sense Ethik erklärt Huemer, wieso wir alle „natürliche“ Anarchisten sind – wenn wir unsere moralischen Urteile nur konsequent anwenden würden. Einer der ganz wichtigen Beiträge zur politischen Philosophie.

 


 

Against Intellectual Property – Stephan KinsellaAgainst Intellectual Propery_Kinsella

Alle Liberalen treten für ein Recht auf Eigentum an materiellen Dingen ein. Aber wie ist es um immaterielle Güter – sogenanntes geistiges Eigentum – bestellt? Der Patentrechtsanwalt Stephan Kinsella fasst in diesem kleinen Buch zusammen, waum gute Gründe gegen die Ausweitung des Eigentumsbegriffes auf Patenten und Copyrights sprechen.